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Der Chemnitzer Meilenstein und Pluspunkte für die Stadt

27. Februar 2012

Ein wenig masochistisch ist die Stadt Chemnitz schon: ständig vergleicht sie sich mit Dresden und Leipzig. Das geht regelmäßig schief, doch manchmal zeigt das "Aschenputtel" seinen schönen Schwestern auch die lange Nase. Bei den verfügbaren Einkommen etwa liegt Chemnitz vorn, der Bevölkerungsschwund ist gestoppt und der Rückgang der Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften ist nirgendwo so hoch ausgefallen wie hier (siehe Artikel "Pluspunkte für Chemnitz", Freie Presse, 02.03.2012).

Was das mit der Meilensteinverleihung zu tun hat? Eine ganze Menge! Und jeder, der dabei war, weiß warum.

 

Denn der diesjährige Preisträger, die Bruno Barthel GmbH & Co. KG, steht geradezu beispielhaft für die Nachwende-Wieder-Industrialisierung in der Stadt. Nach dem Zusammenbruch der traditionellen Industrielandschaft standen damals viele Menschen vor der Alternative: "Was unternehmen oder arbeitslos sein". Karl-Josef Gries, Geschäftsführer des prämierten Unternehmens, war so ein Mensch. Doch statt sich dem scheinbar aussichtslosen Schicksal zu ergeben, lief er in der scheinbar noch aussichtloseren Textilbranche los.

 

Ganz sicher sprintete er nicht - er ist Rennsteig- und Marathonläufer. Er weiß, dass erst die Route klar sein muss und dass dann Etappe für Etappe abgelaufen wird. Er weiß, dass Höhen und Tiefen dazugehören. Er kennt die wechselnden Gefühle zwischen Lauf-Euphorie und der inneren Stimme: "Du musst ja verrückt sein, schmeiß doch hin"! Aber wer Herrn Gries am 27. Februar in seiner Dankesrede zum Meilenstein zugehört hat weiß genau: der schmeißt nicht hin. Der läuft immer weiter - auch wenn der Rest der Welt den Kopf schüttelt. Das sind häufig genug auch die eigenen Mitarbeiter. Doch die kennen ihren Chef inzwischen und wissen: wenn der was verlangt, dann hat das seinen guten Grund, dann muss es sein und nützt ohnehin nichts. Der Erfolg gibt nicht nur Recht, sondern allen Beteiligten immer wieder auch das Vertrauen, dass sich die ehrgeizige Arbeit lohnt.

 

"Wir sind doch eigentlich nur eine Mützenbude" - auch das gehörte zu den kleinen Tiefstapeleien des Vortrages. "Aber was für eine" mochte man angesichts des Unternehmensneubaus, der Mitarbeiterzahl von 140 und der deutschen Marktführerschaft entgegnen, doch jeder Gast hörte still zu. So still, dass die Bewegungssensoren im Raum die etwa 100 Gäste nicht mehr "erkannten" und vorübergehend das Saallicht löschten.

 

Die Spannung jedoch war berechtigt, denn hier hörte man nicht nur die Geschichte eines Unternehmens, das sich nach der Wende entgegen dem Rat von westlichen "Entwicklungshelfern" auf den Weg machte, sondern es war gleichzeitig die Nachwendegeschichte von Chemnitz. Stellvertretend für viele Unternehmen, die einer Industriestadt ihre Industrie erhielten, die bis heute Arbeitsplätze schaffen und eine grundsolide Wertschöpfung betreiben. 

 

Zurück zum Vergleich der Städte.

Leipzig hat in den 1990er Jahren seine Stärken als Handels-, Verlags- und Messestadt überschätzt.

Dresden als Landeshauptstadt lebt vorwiegend von Verwaltung, Tourismus, "geerbter" Kultur und sensiblen "Wirtschafts-Leuchttürmen".

Chemnitz hingegen arbeitet - unscheinbar, aber nicht glanzlos; unaufgeregt, aber um so nachhaltiger; unspektakulär, aber um so erfolgreicher.

 

Fazit: Der Festakt wurde zum hochemotionalen Abend - nicht nur für Chemnitzer.

Für den Club wiederum waren die Reaktionen der Besucher eine klare Bestätigung, dass der Meilenstein 2012 in genau den richtigen Händen angekommen ist.

Vielen Dank an Herrn Gries und seine Mannschaft als wunderbare Gastgeber!

Was verbirgt sich hinter der Marke?

Zum Beispiel Matschbekleidung ...

... Kopfbedeckungen ...

... und vor allen Dingen Strickmützen für Kinder.

Über 100 Gäste verfolgten die Preisübergabe.

Freude für die Ehrung.

Der Staffelstab wird von den Vorjahresgewinnern an Herrn Gries übergeben.

Neben der Luxusserie von Strickmützen ...

... hält der ehemalige OB von Chemnitz, Herr Dr. Peter Seifert, sein Grußwort.

Anschließend besichtigen die Gädte die Produktionshallen, erfahren Interessantes und ...

... schauen hinter die Kulissen des Strickmützen - Marktführers.