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Freie Presse

09. November 2015

Nachrichten im Fokus - analog und digital

Es tut sich was im Land.Vorbei die Zeiten, in der eine Art "Kuscheldemokratie" herrschte, aus der man mit nachsichtig- verwundertem Blick über die eigenen Grenzen schaute. Vorbei die Zeiten, in denen ausschließlich das Papier die täglichen Informationen an den Küchentisch transportierte. Vorbei die Zeiten, in denen das Informationsangebot einer Tageszeitung zwar gelegentlich maulend, aber doch als hinreichend gut akzeptiert wurde.

 

Der Clubabend des MCC im Druckhaus der Freien Presse wurde deshalb zu einer Veranstaltung der besonderen Art. Denn eine Tageszeitung mit über 220.000 Abonnenten trägt einerseits Verantwortung, welche Informationen an den Leser "herangefächelt" werden. Andererseits ist jeder Abonnent auch ein Kunde, der nur zahlt, wenn er sich in "seiner" Welt wieder- und zurechtfindet. Und die ist gerade dabei, sich in viele kleine und dabei auch noch komplexe Teilmengen aufzulösen. Am Beispiel Flüchtlingspolitik wird klar, dass sich in solchen Zeiten schnell auch Lager bilden, die ihren Anhängern einerseits Orientierung bieten und andererseits unversöhnlich gegen Andere polemisieren - inklusive der "Lügenpresse".

 

Eine Tageszeitung hat hier eine klare Pflicht: sie muss sauber recherchierte Nachrichten anbieten, viele Facetten des internationalen und regionalen Lebens darstellen sowie Kommentare liefern, die das Geschehen in einen Gesamtzusammenhang stellen. Natürlich unabhängig, ausgewogen und wertungsfrei - wobei das nur das Ideal sein kann. Denn jeder Journalist ist auch eine Persönlichkeit und damit eben nicht mehr ganz objektiv.

Das wiederum macht den journalistischen Job spannend, angreifbar, verletzlich und dann auch wieder stark. Täglich um die Auswahl der Nachrichten zu ringen; täglich den Informationsbedarf der Leser zu stillen und sich täglich der öffentlichen Meinung zu stellen, bedeutet schlicht und einfach: Haltung annehmen und Haltung bewahren.

Chefredakteur Thorsten Kleditzsch beantwortete dazu geduldig Fragen - und machte auch kein Hehl daraus, wenn er keine schnellen, eindeutigen und fundamentalen Antworten hatte.

 

Geschäftsführer Ulrich Lingnau wiederum war es vorbehalten, zur Entwicklung der Freien Presse zu referieren. Der spannendste Part war dabei die Zukunft und das Spannungsverhältnis von Print zu Digital. Eindeutige Antworten? Auch hier nicht, denn was dort heute eindeutiger Trend ist, kann morgen schon abgestürzt im digitalen Nirwana verkümmern. Heißt die Strategie also "Try and error"? Durchaus, denn auch kleine Schritte bringen voran und halten die Gefahr des Stolperns in Grenzen.

 

Fazit: Ein Abend der großen Fragen und der sehr bodenständigen Antworten. Passend zur Zeit und passend zum Marketingclub. Vielen Dank dafür!

 

André Grunewald
breitband - Agentur für Kommunikation | Design | Werbung GmbH