Login

##STATUS_MESSAGE###
Anmelden
 
Kontakte Wissen Gespräche Neuigkeiten Interessantes Informationen Kennenlernen Fachthemen Beziehungen Empfehlungen

Klicken im Internet oder doch eher ins Ladengeschäft?

08. September 2015

Bekommen "Digitale Eingeborene" die obige Frage gestellt, werden sie sie nicht verstehen. Vielleicht auch nicht verstehen können, denn das Internet mit der bunten Warenwelt gehört für sie ebenso zum Leben wie prallvolle Geschäfte, durch die man sich zu Feierabend treiben lässt. Zum Schauen, Fühlen und Schmecken hat sich für sie das Klicken auf den Kauf-Button derart selbstverständlich hinzugesellt, dass etwas anderes unvorstellbar scheint. "Wie seid Ihr eigentlich früher ins Internet gekommen, als es noch keine Computer gab?" - mit diesem Bonmot unterstrich der Vortragende, Herr Dr. Kai Hudetz vom Institut für Handelsforschung Köln, den Zustand dieser zwittrigen Welt.

 

Soweit sind ältere Semester (noch) nicht. Allerdings sollten sie sich beeilen, denn das Rad der (Internet-)-Geschichte rotiert gewaltig. Staunend schauten die Mitglieder des MCC, der IHK und ihre Gäste auf Diagramme, die die gegenwärtige Entwicklung abbildeten. Kurven zeigten steil nach oben (sie stellten die Zuwächse der Abverkäufe von amazon dar). Kurven stagnierten (das waren die großen, aber doch "kleineren" Internethändler wie zalando oder otto). Kurven zeigten nach unten (das waren die Verkaufsflächen stationärer Händler). Da schob sich ein neues Bild zukünftiger Innenstädte zusammen. Doch halt: gibt es nicht tolle Einkaufstempel und herrliche Schlendermeilen? Ja, und die werden auch bleiben. Aber die Schere zwischen guten und schlechten Lagen wird sich dramatisch öffnen. 

 

Die Prognosen, wonach 80 Prozent der jetzigen Internethändler und ebenso viele stationäre Händler in den kommenden Jahren verschwinden werden, legten sich schwer über die Teilnehmer. Denn Händler müssen bereits heute zweigleisig, sprich stationär und digital fahren. Wer das nur halbherzig tut, verbrennt Geld. Das Motto ist Alles oder Nichts und jeder Fehler könnte fatale Folgen haben. Ein Fehler allerdings ist nicht zu übertreffen: gar nichts zu tun.

 

Fazit: Das Thema ist komplex und deshalb gab Dr. Hudetz auch keine schlichten Antworten. Wie auch? Entscheidend ist der Mehrwert, den der Kunde bekommt. Er kauft dort, wo er mehr Wert erhält (inklusive Beratungsklau). Ist das gut? Ist das schlecht oder gar unmoralisch? Jeder sollte vor der Beantwortung dieser Fragen einmal sein eigenes Einkaufsverhalten kritisch hinterfragen …

 

 

André Grunewald

 

breitband - Agentur für Kommunikation | Design | Werbung GmbH