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Mit Denglish up to date?

11. April 2011

Verein Deutsche Sprache kämpft für sauberes Deutsch.

Das Thema verunsicherte: Schaffen die Deutschen ihre Sprache ab?
Natürlich segelte die Zeile im Windschatten eines kürzlich erschienenen Buches. Und so hätte man auf die Idee kommen können, dass es im Vortrag um eine schneidige Verteidigung „kerndeutscher” Wortgewalt ging. Ausgerechnet darum ging es jedoch nicht – ja, der Verein Deutsche Sprache distanziert sich ausdrücklich von derartigen Auslegungen. Schließlich entlarvt das zusammengesetzte „Wortgewalt” leidvolle deutsche Geschichte: Worte als Helfer roher Gewalt oder vergewaltigender Regimes hierzulande.

Was also stand in Sachen deutscher Sprache auf dem Prüfstand?
Im Vortrag von Herrn Dr. Klatte, dem Vorsitzenden des Vereins Deutsche Sprache, wurden mehrere Schwerpunkte deutlich:
Erstens die Rolle der deutschen Sprache im Konzert der Weltsprachen.
Zweitens die Überfrachtung unserer Muttersprache mit Bläh-, Schaum- und Eitelkeits-Füllseln, um weltläufig, modern oder bedeutend zu erscheinen.
Und drittens ging es um die eigene Gedankenlosigkeit im Umgang mit dem Deutschen.

Tatsache ist und bleibt, dass außer dem Englischen und dem Chinesischen jede Sprache mehr oder weniger an Bedeutung verliert. Da hilft es auch nicht, wenn Deutsch als Sprache besonders genau Wissen beschreibt, weitergibt oder speichern kann. Das Englische ist zur entscheidenden Fremdsprache geworden und mit ihr verständigt man sich international am meisten. Die Qualität dabei reicht von „Globisch” (mit etwa 1500 Begriffen und wenig Grammatik) über Schul- bis hin zum verhandlungssicher-fließenden Englisch.

Diese Entwicklung hat nichts damit zu tun, dass wir Deutsche uns gelegentlich vom „Denglischen” überrannt fühlen. Im Gegenteil: wir Deutschen rennen gegen unsere Muttersprache selbst an – und jeder von uns macht manchmal mit. Da wird gedatet, gecancelt, gepusht und getopt was das Zeug hält. Und nur, um mit ein paar dürftigen verbalen Stelzen der eigenen Kleinheit davonwanken zu wollen. Womit wir bei der Gedankenlosigkeit wären. Denn wer nicht denkt sagt „Top!!!”, wer opportun dahinlaviert erhält das Siegel „Smart” und wem alles egal ist, der nuschelt ein „Ok, ok,ok!”

Die anschließende Diskussion allerdings zeigte, dass sich Widerstand formiert. Wir müssen in Deutschland nicht englisch abgefasste Verträge unterzeichnen – wir können auf eine gute Übersetzung bestehen. Wir müssen nicht „Sale!“ schreiben, wenn ein Abverkauf gemeint ist und wir müssen auch nicht zwingend „Facility-Manager” zum guten alten Hausmeister sagen.
Das funktioniert sogar sehr gut. Und warum? Weil Denken und klares Deutsch stark macht und sich nicht so einfach abschaffen lässt!

André Grunewald

Wie steht es wirklich um die deutsche Sprache?

Deutsche Einkaufstempel sind „in” - mit Extrem-„Denglish”.

Herr Dr. Klatte zeigt den neuesten Band des „Anglzismen-Index”, in dem jeder Leser über englische „Worteinwanderer” informiert wird.

Hier geht beim Verständnis der Werbebotschaften einiges schief ...

... und hier mit großer Sicherheit auch.

Wer keinen klangvollen englischen Titel hat, muss arbeiten.

Herr During als Gebietsrepräsentant des Vereins Deutsche Sprache freut sich - über aktuelle „Stilblüten”.

Wir lieben Englisch - so sehr, dass wir gleich noch ein paar neue Worte erfinden...

Die „Freie Presse” liefert Diskussionsstoff zum Thema - den Moderator, Herrn Grunewald, freut es.

Das Publikum diskutierte gern, sehr emotional und mit viel Freude.