Dass man nach einer Reise klüger heimkommt, ist mit dem Spruch: „Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen“ populäres Gemeingut.
Seit der Novemberveranstaltung des Chemnitzer Marketingclubs kann diese Einsicht getrost ergänzt werden: „Wer Reiseunternehmern zuhör´n tut, der fährt dann mit viel Wissen gut“.
Was Herr Dr. Uwe Lorenz, Inhaber und Geschäftsführer der Eberhardt TRAVEL GmbH, den Besuchern des Clubabends vorstellte, war dick mit Herzblut, Energie und Praxis untersetztes Marketingwissen aus der Reisebranche. Mehr noch: es war eine Melange aus „Marktfühligkeit“, demografischen Betrachtungen und unternehmerisch wohldurchdachten Entscheidungen.
Seit 1990 am Start, durchlief das Unternehmen Höhen und Tiefen, hatte und hat sich einem harten Wettbewerb zu stellen und um jeden Kunden zu ringen. Dass dabei auch die Spül-Lappen in den Bus-Küchen besonderer Aufmerksamkeit bedürfen, da sie ganze Verhaltenskaskaden der Passagiere auslösen können, war im Vortrag spannend anzuhören. Ebenso die Gedanken um Branchenklischees und ihre Bedeutung als „Naturereignisse“ oder das neue Reiseverhalten der „Best-Ager“ (was auf gut deutsch die „jungen Alten“ mit etwas dickeren Brieftaschen sind).
Augenzwinkernd wies Herr Dr. Lorenz auch auf den „Bild-Zeitungs-Effekt“ hin: keiner liest sie, aber jeder weiß „zufällig“ genau Bescheid. In der Reisebranche sind es die Bus-Reisen, die derart hochmütig betrachtet werden. Allerdings waren nach der Veranstaltung ausgerechnet die Busreise-Kataloge restlos vergriffen …
André Grunewald
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